Ökumenisches Heiligenlexikon

Richtrudis von Marchiennes

1 Gedenktag katholisch: 12. Mai
Übertragung der Gebeine in einen neuen Sarg: 2. August

Name bedeutet: die starke Reiche (althochdt.)

erste Äbtissin in Marchiennes
* um 614 in Frankreich
12. Mai 687 in Marchiennes in Frankreich


Südtor des ehemaligen Klosters mit dem heutigen Rathaus in Marchiennes
Südtor des ehemaligen Klosters mit dem heutigen Rathaus in Marchiennes

Richtrudis, die Frau von Adalbald, gründete 643 das Frauenkloster an der Stelle, wo ihr Mann schon 630 das Männerkloster gegründet hatte, damit wurde es zum Doppelkloster; es befolgte die Regel von Kolumban. Richtrudis leitete nach dem Tod ihres Mannes ab 646 das Kloster als erste Äbtissin des Frauenkonvents. Ihre Nachfolgerin wurde ihre Tocher Adalsind.

Richtrudis ist heute die 1811 bis 1815 gebaute Kirche Sainte-Rictrude in Marchiennes geweiht.

Das Kloster in Marchiennes wurde im 9. und nochmals im 10. Jahrhundert von den Normannen zerstört. 1024 wurde die Benediktinerregel eingeführt und das Kloster reines Männerkloster; es wurde eine der wichtigsten Abteien in Nordfrankreich. In der Französischen Revolution wurden die letzten 40 Mönche 1791 vertrieben und die Gebäude weitgehend zerstört; verblieben sind das Südtor mit dem heutigen Rathaus und das Taubenschlag genannte Nordtor.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.05.2026

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Sainte-Rictrude_et_Saint-Pierre_de_Marchiennes - abgerufen am 18.07.2023
• Infotafel am Rathaus in Marchiennes

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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