Ökumenisches Heiligenlexikon

Adalbald I. von Ostrevant

französischer Name: Adalbaud
auch: Adalbert, Adalbade1, Albert

1 Gedenktag katholisch: 2. Februar

Name bedeutet: der edle Kühne (althochdt.)

Hofbeamter, Märtyrer
um 650 in Périgueux (?) in Frankreich


Gelände des ehemaligen Klosters, heute ein Platz in Marchiennes
Gelände des ehemaligen Klosters, heute ein Platz in Marchiennes

Der fränkische Adlige Adalbald, Sohn von Gertrud „der Älteren”, wirkte am Hof der Merowingerkönige Dagobert I. und Chlodwig II. Er heiratete um 635 Richtrudis, die er auf einem Feldzug Dagoberts gegen die Gascogne kennengelernt hatte. Das Ehepaar vertraute sich der geistlichen Führung durch Amandus von Maastricht an. 630 gründete er das damalige Kloster in Marchiennes mit der Regel von Kolumban. Seine Frau gründete dann 643 dort ein Frauenkloster, womit das Kloster zum Doppelkloster wurde. Die vier Kinder Adalsind, Chlotsind, Eusebia und Maurontus traten in dieses Kloster ein und wurden später ebenfalls als Heilige verehrt.

Adalbald wurde der Überlieferung nach auf einer weiteren Reise in die Gascogne von missgünstigen Verwandten seiner Frau in Périgueux ermordet, deshalb gilt er als Märtyrer. Sein Leichnam wurde in das von Amandus gegründete damalige Kloster nach Elnon - dem Saint-Amand-les-Eaux bei Valenciennes - übertragen.

Das Kloster in Marchiennes wurde im 9. und nochmals im 10. Jahrhundert von den Normannen zerstört. 1024 wurde die Benediktinerregel eingeführt und das Kloster reines Männerkloster; es wurde eine der wichtigsten Abteien in Nordfrankreich. In der Französischen Revolution wurden die letzten 40 Mönche 1791 vertrieben und die Gebäude weitgehend zerstört; verblieben sind das Südtor mit dem heutigen Rathaus und das Taubenschlag genannte Nordtor. Das Kloster in Saint-Amand-les-Eaux wurde in der Französischen Revolution aufgelöst und zwischen 1797 und 1820 zerstört, erhalten blieb nur der monumenatale Kirchturm.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.05.2026

Quellen:
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• http://www.nordmag.fr/nord_pas_de_calais/saint_amand/saint_amand.htm nicht mehr erreichbar
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Sainte-Rictrude_et_Saint-Pierre_de_Marchiennes - abgerufen am 17.07.2023
• Infotafel am Rathaus in Marchiennes
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Saint-Amand - abgerufen am 19.05.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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