Wandregisil von Fontenelle
auch: Wandrille, Wando
Gedenktag katholisch: 22. Juli
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Lausanne - Genf - Fribourg: 14. Juli
Übertragung der Gebeine nach Fontanelle: 31. März
Übertragung der Gebeine: 1. April
Weihe des Altares im Germanus-Kloster in Paris: 13. April
Ankunft der Gebeine in der Sankt-Peters-Abtei auf dem Blandinberg in Gent: 3. September
Name bedeutet: der Speer der Wandalen (germanisch - althochdt.)
Wandregisil kam in jungen Jahren an den Hof von König Dagobert I. und wurde hier u. a. zusammen mit Aldowin von Rouen, Desiderius von Cahors und Paulus von Verdun ausgebildet. Nach kurzer Ehe und längerer Zeit der Wanderschaft und Einsiedelei nahe des damaligen Klosters Montfaucon - im heutigen Montfaucon-d'Argonne - bei Verdun gründete er im Schweizer Jura das Kloster Saint-Ursanne. Um 635 ging er ins Kloster nach Bobbio bei Piacenza.
Von Bobbio aus wollte Wandregisil nach Irland reisen, gelangte aber 649 nur bis Romainmôtier im Kanton Waadt in der Schweiz, wo er ein blühendes Klosterleben aufbaute und die Kirche vergrösserte. Weiter reisend ging er nach Rouen, wo ihn Aldowin zum Eintritt in den WeltklerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. bewog. Bald darauf gründete er das Kloster Fontenelle - das später nach ihm benannte Kloster Saint-Wandrille - mit einer Mischregel, die Elemente aus der Regel des Kolumban und der der Benediktiner vereinte und dem er als Abt vorstand.
Eine erste Lebensgeschichte wurde im ausgehenden 7. Jahrhundert von einem Schüler von Wandregisil verfasst, eine zweite entstand um 825. Infolge der Normanneneinfälle wurden Wandregisels Reliquien 858 in die Gegend von Boulogne-sur-Mer und 885 in das Gebiet von Chartres gebracht. 944 wurden sie in das Peterskloster Blandinium in Gent überführt, dort wurde der größte Teil 1566 von Calvinisten vernichtet; das Haupt wurde gerettet, kam von Brogne - dem heutigen Saint-Gérard - nach Maredsous, schließlich 1969 wieder nach Fontenelle / Saint-Wandrille.
1803 wurde das Kloster in Bobbio unter französischer Besatzung geschlossen, die Kirche ist heute Pfarrkirche.
Das Kloster Fontenelle, das dann nach seinem Gründer und ersten Abt Wandregisil Saint-Wandrille genannt wurde, wurde 862 von den Wikinger zerstört, die Mönche flohen. Ab 960 wurde die Abtei wieder aufgebaut. 1562 wurde sie von Hugenotten geschändet und 1566 teilweise zerstört, dann verkauft, aber bald schon von Mönchen aus dem damaligen Kloster Jumièges wieder belebt. In der Französischen Revolution wurde die Abtei 1790 aufgelöst, die Mönche wurden vertrieben, die Gebäude verkauft. 1893 sorgte der Erbischof von Rouen für den Erwerb des Geländes und der verbliebenen Gebäude, die 1894 wieder von Benediktinern bezogen wurden. 1969 wurde eine historische Zehntscheune auf das Klostergelände verlegt und zur neuen Abteikirche als Ersatz für die in Ruinen liegende historische Kirche.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Die
Kirche des ehemaligen Klosters in Bobbio ist täglich
von 8 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. (2023)
Die Ruinen und die heutige Abteikirche im Kloster
Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon sind täglich von 5.15 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, der
Eintritt ist frei. Die Abteigebäude können nur im Rahmen einer Führung besucht werden diese findet vom 21 März bis Ende Juni
und im September täglich um 15.30 Uhr, im Juli und August um 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr statt, die Gebühr beträgt 5 €. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.07.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Jakob Torsy: Der große Namenstagskalender, hg. von Hans-Joachim Kracht. Herder, Freiburg 1998
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart /
Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• https://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11867.php - abgerufen am 25.03.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Wandrille_de_Fontenelle - abgerufen am 18.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.