Timotheus und Apollinaris
Gedenktag katholisch: 23. August
Name bedeutet: T: der Gott Ehrende (griech.)
A: dem Lichtgott (Apollon) geweiht (griech. - latein.)
Timotheus und Apollinaris waren der völlig ungesicherten Überlieferung Gefangene, die im Kerker durch den Priester Maurus getauft wurden. Wie dieser und weitere Gefährten wurden sie dann auf Befehl des Präfekten Lampadius - oder Rictiovarus, dem durch den 286 bis 305 herrschenden Kaiser Maximian eingesetzten Präfekten - enthauptet. Die Zahl der Gefährten wird unterschiedlich angegeben; nach mancher Überlieferung betrug deren Zahl 47, die Acta Sanctorum nennen 48.
Timotheus und Apollinaris waren Patrone einer ehemaligen Kirche Saint-Timothée in Reims schon zu Zeiten von Gregor von Tours und Remigius von Reims. 1065 wurde an dieser Kirche eine Gemeinschaft von Kanonikern angesiedelt, die dem Kloster an der nahen Kirche Saint-Remi unterstand. Im 17. Jahrhundert wurden ganz in der Nähe der Kirche Saint-Timothée - unweit des damaligen Klosters Saint-Nicaise, das an der Stelle des heutigen Maison de Champagne Taittinger stand - die Gebeine von Maurus sowie jene von Timotheus und Apollinaris aufgefunden.
Reliquien von Apollinaris kamen nach
Orbais-l'Abbaye, solche von Timotheus um 950 nach
Magdeburg in den damaligen Dom - dieser 955 errichtete
erste Dom stand an der auf dem heutigen Domplatz
markierten Stelle. Andere Gebeine kamen zusammen mit solchen von Maurus um 1030
durch Bischof Gerard I. in die damalige Kirche Saint-Jean und Saint-Maur nach
Florennes; um 1227 wurde für sie der prächtige
Maurus-Schrein
angefertigt, den 1838 die belgische Adelsfamilie de Beaufort-Spontin erwarb, restaurierte und 1888 auf
ihr Schloss nach Bečov nad Teplou in Böhmen
brachte, wo er bis heute zu besichtigen ist.
Die Überlieferung über Timotheus und Apollinaris wurde überlagert bei Timotheus durch die über == Timotheus von Rom, bei Apollinaris durch die über Apollinaris von Ravenna.
Nach dem Verbot der Kanonikergemeinschaften in der Französischen Revolution wurden die an der Kirche Saint-Timothée in Reims lebenden zwölf Kanoniker 1790 ausgeschlossen und die Kirche 1793 versteigert und zerstört.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 04.04.2026
Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Coll%C3%A9giale_Saint-Timoth%C3%A9e_de_Reims - abgerufen am 27.07.2022
• https://de.wikipedia.org/wiki/St.-Maurus-Schrein - abgerufen am 23.05.2023
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von
J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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04.04.2026