Regulus von Senlis
französischer Name: Rieul
Gedenktag katholisch: 30. März
Name bedeutet: der kleine König / der Prinz (latein.)
Regulus, der rein legendarischen Überlieferung nach ein Schüler von Johannes in Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk in der Türkei - wurde demnach von Papst Clemens I. zusammen mit Dionysius von Paris zur Mission nach Gallien ausgesandt. Tatsächlich wirkte er als erster Bischof von Senlis offenbar um 400, was 1999 die Radiocarbonuntersuchung einer Reliquie bestätigte. Um 385/390 wurde tatsächlich auch der gallo-römische Tempel im Wald von Halatte im Ort Ognon bei Senlis gewaltsam zerstört. Regulus gründete der Überlieferung zufolge die - später ihm geweihte, heute spurlos abgegangene - Kirche Saint-Rieul.
Erzählt wird, dass Regulus einer Menschenmenge predigte, aber vom Quaken der Frösche aus einem nahegelegenen Teich übertönt wurde; deshalb brachte er sie mit einer Geste zum Schweigen, woraufhin alle verstummten, bis auf einen. Frösche sind wie Drachen oft Metaphern für das Heidentum. Die Legende könnte die Tatsache illustrieren, dass der heidnische Kult am Tempel im Wald von Halatte nach seiner Zerstörung eine kurze Wiederbelebung erfuhr, bis er um 400/425 endgültig aufgegeben wurde.
An Regulus' Grab in der Kirche Saint-Rieul ereigneten sich der Überlieferung zufolge zahlreiche Wunder. Die unhistorischen Überlieferungen gründen auf der ab dem 9. Jahrhundert belegten Verehrung und zwei Lebensgeschichten, die im 9. sowie im 10./11. Jahrhundert geschrieben wurden.
Nach mancher - historisch anhaltslosen - Überlieferung war Regulus der vierte in der Reihe der Bischöfe von Arles, bevor er nach Senlis kam.
Verehrt wird auch der - ungesicherter Überlieferung zufolge - Nachfolger von Regulus als Bischof von Senlis, Nicenus, der auch irrtümlich als Bischof von Nicäa - dem heutigen Íznik in der Türkei - bezeichnet wird.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.01.2026
Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von
J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Rieul_de_Senlis - abgerufen am 06.01.2026
• https://www.eglisesdeloise.com/monument/senlis-collegiale-saint-rieul-eglise-disparue - abgerufen am 06.01.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.