Ökumenisches Heiligenlexikon

Marinus

französischer Name: Marin

1 Gedenktag katholisch: 24. November

Name bedeutet: Mann vom Meer (latein.)

Mönch, Einsiedler, Märtyrer
* in Italien
† 24. November 731 nahe Le Châtel bei Saint-Jean-de-Maurienne in Frankreich


Gedenkkreuz nahe der Kapelle von Marinus' Einsiedelei bei Le Châtel
Gedenkkreuz nahe der Kapelle von Marinus' Einsiedelei bei Le Châtel

Marinus lehnte, so die Überlieferung, ein ihm angetragenes Bischofsamt ab und zog sich zurück aus Rom in die Savoyer Alpen in das einsam gelegene Kloster Chandor - an der Stelle der heutigen Kirche Notre-Dame außerhalb von Le Châtel und lebte dann als Einsiedler an einem Berg an der Stelle der heutigen Kapelle nahe Le Châtel. Als die Sarazenen 731 plündernd in das Rhône-Tal eindrangen, wurde er durch die räuberischen Besatzer enthauptet.

Kapelle an der Stelle von Marinus' Einsiedelei bei Le Châtel
Kapelle an der Stelle von Marinus' Einsiedelei bei Le Châtel

Marinus wird in Saint-Jean-de-Maurienne verehrt. Reliquien befinden sich in der Kirche des ehemaligen Klosters in Saint-Savin-sur-Gartempe bei Potiers, wohin Karl I. „der Große” sie übertragen ließ.

Das Kloster in Saint-Savin-sur-Gartempe war Anfang des 9. Jahrhunderts durch Benedikt von Aniane im Auftrag von Karl „dem Großen” gegründet worden. Es blieb viele Jahre lang eine der einflussreichsten Abteien Frankreichs, litt dann aber im Hundertjährigen Krieg und wieder während der Religionskriege. In der Französischen Revolution wurde es aufgehoben, die Kirche wurde 1792 Pfarrkirche. Ab 1836 gab es erste Restaurierungen in der Kirche mit ihren nahezu einzigartigen Fresken - den ältesten in Frankreich. 1983 wurde sie von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Kirche des ehemaligen Klosters in Saint-Savin-sur-Gartempe ist täglich von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr - von April bis Oktober von 10 Uhr bis 18 Uhr - geöffnet; die in den Räumen der Abtei untergebrachte Ausstellung kann gegen eine Eintrittsgebühr von 10 € besucht werden. (2025)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.09.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• http://lalumierededieu.eklablog.com/saint-marin-6eme-s-p463901 - abgerufen am 18.07.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Cath%C3%A9drale_Saint-Jean-Baptiste_de_Saint-Jean-de-Maurienne - abgerufen am 18.07.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Saint_Marin_(homonymie) - abgerufen am 18.07.2023
• Infotafel an der Kapelle nahe Le Châtel

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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