Ökumenisches Heiligenlexikon

Julia von Troyes

auch: Juliana französischer Name: Jule

1 Gedenktag katholisch: 21. Juli
Übertragung der Gebeine nach Jouarre: 29. Januar

Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)

Märtyrerin
* um 227 in Troyes in Frankreich
273 daselbst


Julia, der legendarischen Überlieferung zufolge Tochter christlicher Eltern, geriet in Gefangenschaft, als die Alemannen in Troyes einfielen und die Stadt plünderten. Von einem ihrer Anführer, Claudius, wurde sie versklavt und er wollte sie dann heiraten, aber sie müsse ihren christlichen Glauben aufgeben. Das lehnte sie ab, was Claudius dann akzeptierte. Er förderte sogar ihre Glaubenspraxis, zumal, da ihre Gebete ihm Siege in verschiedenen Kämpfen bescherten. Nach 28 Jahren Ehe wurde Julia in einer himmlischen Vision aufgef0rdert, nach Troyes zurückzukehren. Als sie das vollzog, folgte ihr auch Cludius. Zur Zeit von Kaisers Aurelianus wurde sie aber beim Präfekten Eligius als Christin verraten; sie wurde gefangen genommen, gefoltert und schließlich auf Befehl des Kaisers enthauptet.

Die kultische Verehrung von Julia ist erstmals bei Usuard bezeugt. Erst danach entstand wohl ihre Lebensgeschichte, die sehr stark der der römischen Märtyrerin Lucia nachempfunden ist - auch die genannten Gefährtinnen sind weithin dieselben. Spätere Versionen der Legende nennen dann die Zeit von Kaiser Aurelian für das Martyrium. Nach der KalenderreformNach Abschluss und im Auftrag des => 2. Vatikanischen Konzils wurde im Jahr 1969 eine Liturgiereform in der römisch-katholischen Kirche durchgeführt; in diesem Rahmen wurden auch Änderungen im Römischen Generalkalender vorgenommen; der erneuerte wurde mit dem 1. Januar 1970 in Kraft gesetzt. ist Julia nicht mehr im Martyrologium Romanum von 2001/2004 enthalten.

Um 1111 wurden Julias Reliquien von Troyes in die Benediktinerabtei Notre Dame in Jouarre übertragen.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.03.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• Irmingard Böhm. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. III, Herzberg 1992
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• https://www.katolsk.no/biografier/historisk/jtroyes - abgerufen am 18.03.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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