Johannes von Shanghai und San Francisco
Taufname: Michail Borissowitsch Maximowitsch - Михаил Борисович Максимо́вич
Gedenktag orthodox: 2. Juli
Auffindung der Gebeine: 25. Oktober
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Michail, Sohn eines Adelsmarschalls, besuchte eine Militärschule und studierte dann bis 1918 Jura an der
Universität in Charkow. Nach der russischen
Oktoberrevolution und dem anschließenden, von den Konservativen verlorenen Bürgerkrieg floh die Familie 1921 nach Belgrad,
wo Michail bis 1925 an der Universität Theologie
studierte. 1924 wurde er zum Lektor der Russisch-orthodoxen Kirche geweiht. 1926 trat er mit dem Ordensnamen Johannes
dem Mönchsstand bei und wurde noch im selben Jahr zum Priester geweiht. Nachdem er als Religionslehrer gedient hatte, war
er von 1929 bis 1934 Lehrer am damaligen Priesterseminar der Serbisch-orthodoxen Kirche an der - heute spurlos abgegangenen -
Johannes-Kirche in Bitola im heutigen Nordmazedonien.
1934 wurde er zum Bischof der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland geweiht und nach Shanghai ausgesandt, wo er die
Kathedrale der Gottesmutter Bürgin der Sünder
erst noch fertigstellen musste. Damals befanden sich Hunderttausende russische Flüchtlinge in China, sehr viele von ihnen in
Shanghai. Johannes gelang es mit seiner enormen spirituellen Autorität zudem ein Pfarrhaus, ein Pflegeheim, Zentren für
die Lebensmittelversorgung der Armen, ein Gymnasium und Waisenhäuser, in denen im Laufe der Zeit 3500 Kinder Zuflucht fanden,
fertigzustellen. Nach Übernahme der Herrschaft der Kommunisten in China floh Johannes wie die meisten Russen auf die
Philippinen, 1951 wurde er als Bischof der Westeuropäischen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland nach Meudon
bei Paris an die Auferstehungskirche - eine der
ältesten russisch-orthodoxen Gemeinden im Großraum Paris - und 1952 an die
Kirche Hiob von Potschajew nach Uccle bei Brüssel
ausgesandt. Er wandte sich auch der lokalen Bevölkerung vor Ort zu und gliederte westliche Heilige aus der Zeit vor dem
Morgenländischen Schisma in den orthodoxen Kalender ein. 1962 wurde
Johannes der Titel eines Erzbischofs verliehen und er nach San Francisco gesandt mit Sitz an der
Kathedrale der Gottesmutter Freude aller
Trauernden
. 1966 starb er unerwartet bei einem Besuch in
Seattle.
In seinem Geburtsort Adamiwka ist Johannes heute das Kloster geweiht.
Kanonisation:
Die Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland sprach Johannes schon am 2. Juli 1994 heilig, die Russisch-Orthodoxe Kirche
bestätigte dies am 2. Juli 2008.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 12.07.2026
Quellen:
• https://sr.wikipedia.org/wiki/Свети_Јован_Шангајски - abgerufen am 11.07.2026
• https://babambitola.mk/bitolskata-bogoslovija - abgerufen am 11.07.2026
• https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/87798-gedenken-an-den-heiligen-johannes-von-shanghai-und-san-francisco-in-meudon
- abgerufen am 11.07.2026
• https://www.orthodox.cn/localchurch/shanghai/shanghaicathedral_en.htm - abgerufen am 11.07.2026
• https://egliseorthodoxerussemeudon.wordpress.com - abgerufen am 11.07.2026
• https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_von_Shanghai_und_San_Francisco - abgerufen am 11.07.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.