Ökumenisches Heiligenlexikon

Gaugerich von Cambrai

lateinischer Name: Gaugericus
auch: Magnerich
französischer Name: Géry

1 Gedenktag katholisch: 11. August
Übertragung der Gebeine: 30. August
in Cambrai: Erhebung der Gebeine: 24. September

Name bedeutet: der Speerkämpfer (althochdt.)

Bischof von Cambrai
* um 540 in Yvois, heute Carignan in den Ardennen in Frankreich
um 625 in Cambrai in Frankreich


Statue in der Stiftskirche in Carignan
Statue in der Stiftskirche in Carignan

Gaugerich war Diakon in Trier. 584 wurde er von Merowingerkönig Childebert II. als Bischof in das bum 560 gegründete Bistum Cambrai gerufen und von Bischof Egidius von Reims geweiht. 614 nahm an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Paris teil.

Gaugerichs Grab war in der Kirche Saint-Pierre - an der Stelle der heutigen Kirche Saint-Géry in Cambrai. Beim Einfall der Normannen 888 wurden die Reliquien in die damalige Kathedrale innerhalb der Stadt übertragen, 1015 kamen sie ins Kloster Saint-Paul - also wieder an die Stelle der dann Gaugerich und Autbert von Cambrai geweihten Abtei Saint-Géry-et-Aubert an der heutigen Kirche Saint-Géry in Cambrai. Kaiser Otto I. übergab 948 dieses Kloster dem Bischof Fulbert von Cambrai und wollte dafür die Reliquien von Autbert und Gaugerich für sein Mauritiuskloster - an der Stelle des damaligen ersten Domes - in Magdeburg; er bekam aber nur Reliquien des Bischofs Theodorich von Cambrai und eines Prälaten; der darüber entbrannte Streit über die Echtheit hatte um 1020 auch die Abfassung der Lebensgeschichte zur Folge, als deren Verfasser früher Fulbert von Chartres galt.

Die ab 525 errichtete damalige Kathedrale in Cambrai wurde 1791 in der Französischen Revolution geschlossen 1795 verkauft und abgebrochen, die Reste wurden 1809 vollständig zerstört; an ihrer Stelle ist heute ein kleiner Park.

Catholic Encyclopedia



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.05.2026

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89glise_Saint-G%C3%A9ry_de_Cambrai - abgerufen am 18.05.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Cath%C3%A9drale_Notre-Dame_de_Cambrai - abgerufen am 18.05.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_et_archev%C3%AAques_de_Cambrai - abgerufen am 18.05.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.