Furseus von Lagny
auch: Fursa, Fursy, Fourcy, Fursey
auch: von Péronne
Gedenktag katholisch: 16. Januar
nicht gebotener Gedenktag in Irland
Übertragung der Gebeine: 25. Januar, 25. Februar, 28. September
Name bedeutet: der Stürmische (latein.)
Furseus, Bruder von Foillan von Fosses und Ultan von Fosses, war ein Sohn von Fintan, einem Sohn des Königs von Munster, und dessen Frau Gelgès. Furseus gründete der Überlieferung zufolge das Kloster Kilursa in Rathmat - einem heute unbekannten Ort nahe Galway in Irland. Nach 630 weilte er in Ostanglien mit engen Kontakten zu König Sigbert. Dort gründete er das Kloster Cnobheresburg - wohl das heutige Burgh Castle in Norfolk -, das erste irische Kloster in England. Nach einigen Jahren überließ er dessen Leitung seinem Bruder Foillan und zog sich mit seinem anderen Bruder Ultan als Einsiedler zurück.
639 begab Furseus sich aufs Festland nach Frankreich, wo er 643 vom neustrischen Hausmeier Erchinoald und von König Chlodwig II. in Péronne empfangen wurde, und dann den Sohn des Königs taufte. Furseus ließ sich dann an der Stelle des späteren Klosters in Lagny - dem heutigen Lagny-sur-Marne - nieder; nachdem sich ihm immer mehr Gefährten angeschlossen hatten, erhielt er 646 von Hausmeier Erchinoald 644 das Land zur Gründung des Klosters zugeteilt. Dank der Spenden von Erchinoald, König Chlodwig und dessen Frau Bathilde erblühte das Kloster und wurde zum Vorbild für andere Klöster. Furseus gründete dann auch das Kloster Mont-Saint-Quentin in Péronne. Als er nach England zurückkehren wollte, starb er auf der Reise.
Nach Furseus' Tod führten seine Brüder Foillan und
Ultan die Arbeit weiter. Für das Grab von Furseus wurde in
Péronne durch Hausmeier Erchinoald eine Kirche erbaut,
zu der viele irische Pilger kamen. Beda „Venerabilis” machte die
Lebensgeschichte von Furseus bekannt. Sie enthält Visionen von Himmel und Hölle, die die einschlägige Literatur des ganzen
Mittelalters befruchteten, so auch Dantes Göttliche Komödie
. 1641 kam ein Fragment der Kopfreliquie ins
Kloster nach Lagny-sur-Marne. Die Reliquien in
der Kirche Saint-Jean-Baptiste in Péronne gingen im Ersten Weltkrieg verloren.
Das Kloster in Lagny-sur-Marne wurde in der Französischen Revolution aufgelöst, die Gebäude wurden 1796 verkauft, die Kirche wurde Pfarrkirche.
Patron
von Péronne und
Lagny-sur-Marne
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 17.04.2026
Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Fursy_de_P%C3%A9ronne - abgerufen am 12.11.2022
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Pierre_de_Lagny - abgerufen am 17.04.2026
• Infotafeln in der Kirche in Lagny-sur-Marne
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.