Ökumenisches Heiligenlexikon

Donatus von Besançon

französischer Name: Donatien

2 Gedenktag katholisch: 7. August

Name bedeutet: der Geschenkte (latein.)

Erzbischof von Besançon
* um 594 im Jura in Frankreich
† um 658 in Besançon in Frankreich


Donatus war der ältere Sohn des fränkischen Adligen Waldelenus und der Flavia und ein Bruder von Sirudis. Schon in frühester Jugend wurde er seinem Taufpaten, Abt Kolumban ins Kloster Luxeuil - im heutigen Luxeuil-les-Bains -, zur Erziehung übergeben; dort wurde Donatus dann Mönch.

Kirche des ehemaligen Klosters Saint-Paul in Besançon
Kirche des ehemaligen Klosters Saint-Paul in Besançon

Um 625 wurde Donatus Erzbischof von Besançon; Kathedrale war damals die Kirche Saint-Étienne, von der heute die Kapelle innerhalb der Zitadelle zeugt. Hier gründete er um 628 das Kloster Palatium - das spätere Kloster Saint-Paul - mit Regeln nach dem Vorbild von Kolumban. Seine Mutter Flavia gründete nach dem Tode ihres Mannes um 636 mit Donatus' Hilfe in Besançon das damalige, heute bis auf wenige Mauerreste abgegangene Kloster Jussanum / Notre-Dame de Jussamoutier an der Stelle einer früheren Nekropole; diesem verfasste Donatus eine Regel in 77 Abschnitten mit Elementen aus den Ordnungen von Benedikt, Kolumban und Caesarius von Arles, in das Flavia dann zusammen mit ihrer Tochter Sirudis eintrat. Donatus' Bruder Chramnelenus, Nachfolger seines Vaters als Herzog im Jura, war um 640 der (Neu-)Gründer des Klosters von Romainmôtier im heutigen Schweizer Kanton Waadt. 658 wurde Donatus auch in einer Urkunde seiner Verwandten Adalsinda im Zusammenhang mit einer Klosterstiftung genannt.

Donatus nahm teil an den SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Reims um 625, in der damaligen königlichen Burg Clippiacum - an der Stelle des heutigen Parks im heutigen Saint-Ouen-sur-Seine - bei Paris 626/627 und in Chalon-sur-Saône um 650.

Donatus wurde in seinem Kloster Saint-Paul in Besançon bestattet. Seine Verehrung blühte im 11. Jahrhundert auf.

Das Kloster Luxeuil wurde 1790 in der Französischen Revolution aufgehoben, die Abteikirche St-Colomban ist jetzt Pfarrkirche, in den Klostergebäuden war eine Schule untergebracht, 2025 sollen sie zum Eventzentrum im Geist des Gründers umgestaltet werden. Das Kloster Saint-Paul in Besançon wurde 1044 zum Kloster für Regularkanoniker. In der Französischen Revolution wurde es 1791 aufgelöst, heute ist nur das gotische Kirchenschiff erhalten.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Die Freunde von St. Kolumban informieren auf ihrer französischsprachigen Webseite über das Kloster Luxeuil und Kolumban.

Donatus Regel für Jungfrauen und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.10.2026

Quellen:
•
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• http://care.u-bourgogne.fr/care/index.php/BESANCON,_abbatiale_Notre-Dame_de_Jussamoutier nicht mehr erreichbar
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Georges Meyer-Berkhoff aus Riedisheim in Frankreich, E-Mail vom 28. November 2025
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Paul_de_Besan%C3%A7on - abgerufen am 03.10.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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